Über Morkepütz
Über Morkepütz
Morkepütz
ist ein Ortsteil der Stadt Wiehl im Oberbergischen Kreis, Regierungsbezirk Köln, Nordrhein-Westfalen. Es liegt geschützt am Südhang des Löh in 230 - 300m über NN und ist heute überwiegend eine Wohngegend. Zur Zeit leben 267 Menschen, darunter 58 Kinder, in Morkepütz. Morkepütz ist aktuelles Silberdorf im landesweit ausgetragenen Wettbewerb Unser Dorf soll schöner werden - unser Dorf hat Zukunft.
Erstnennung
1443 in der Handschrift „Liber Luppelheim“, einer Liste kirchlicher Einkünfte des St. Apostelstiftes zu Köln. Der erwähnte Ortsname Morkenpissel setzt sich zusammen aus Morke (Murke, Kröte) und Pissel (Peisel, Pütz, Tümpel)
1529 in einer Anordnung des saynischen Amtmannes zu Homburg Wilhelm Quad zu Isengarten über die Verpachtung des Hofes Bliebach (Bleibach) an einen Johann zu Morkepütz.
1575 kartographische Erstnennung in der Mercator-Karte unter der Bezeichnung Morckelütz, auch in der Folge unterschiedliche Schreibweisen.
1575 im Futterhaferzettel werden als abgaben-pflichtig in Morcken Pütz vier Bergische und vier Saynische Untertanen gezählt.
Entwicklung
1581 werden bereits 15 abgabenpflichtige Haus-halte/Feuerstellen gezählt.
18 Jh. bis 1909 Erzbergbau in Morkepütz und Mühlhausen (Alpetal). Die Blei- und Zinkerzgrube Bliebach befand sich südlich von Morkepütz, während der Schacht des Nachbarfeldes Christiania westlich von Mühlhausen bzw. südlich des Alpebaches lag. Die Gruben, um 1900 unter dem Namen Bliebach vereint, hatten eine wechselvolle Geschichte. Besitzverhältnisse änderten sich mehrfach, auf Stillstandszeiten folgten Neuanfänge. Waren 1889 54 Personen beschäftigt, so wurden im Jahr 1900 sogar 118 Beschäftigte gezählt.
Am Alpebach in Mühlhausen befand sich die Aufbereitungsanlage Wäsche, welche für den Transport der Erze mit den beiden Gruben durch eine 500m und eine 180m lange Drahtseilbahn verbunden war.
19 Jh. bis 1964 Steinindustrie bei Morkepütz und Alpetal. Um das Jahr 1900 waren mehr als 400 Personen allen in den Steinbrüchen der heutigen Stadt Wiehl beschäftigt. Eine Reihe von Grauwackesteinbrüchen im unteren Alpetal einschliesslich des Morkepützer Steinbruchs Wilhelmsberg waren mit einer Schmalspurbahn mit der Brecheranlage in Alperbrück verbunden.
Die Steinbrüche lieferten Pflastersteine für die Städte an Rhein und Ruhr. Heute ist der Steinbruch Wilhelmsberg ein 8 Hektar großes Naturschutzgebiet und wird von der Biologischen-Station-Oberberg betreut.
Im Alpetal befanden sich ferner insgesamt 11 Mühlen. Hierbei handelte es sich um Getreidemühlen, Lohmühlen (sog. Morkepützer Mühle), Schleifmühlen, Ölmühlen, Pulvermühlen, Knochenmühlen und Sägemühlen.
1896 wurden die Wasserleitungsgenossenschaften Morkepütz-West und Morkepütz-Ost gegründet.
1899 erfolgte die Einweihung der Volksschule Mühlhausen für den neu gegründeten Schulbezirk Morkepütz-Alpetal (von 1969 bis 1976 Nutzung als Kindergarten).
1921 wurde die Freiwillige Feuerwehr gegründet und kümmerte sich über viele Jahrzehnte engagiert um die Belange des Ortes. Die legendären Morkepützer Waldfeste waren weit über die Ortsgrenzen hinaus bekannt.
1973 erfolgte der Anschluss an das überregionale Wassernetz und die Auflösung der Morkepützer Wasserleitungsgenossenschaften. 1991 konnten die Haushalte an die Kanalisation angeschlossen werden.
SEHENSWÜRDIGKEITEN
Altes Feuerwehrhaus mit Schlauchturm aus dem Jahre 1928, denkmalgeschützt.
Ortskern mit denkmalgeschützten Wohnhäusern aus dem 18. Jhd., liebevoll restauriert.
Dorfbrunnen aus heimischer Grauwacke, errichtet von der Dorfgemeinschaft Morkepütz e.V.
Bergwerksloren zur Erinnerung an den Erzbergbau.
Gedenkstein mit steinernen Kröte vor dem Alten Feuerwehrhaus. Die Steinmetzarbeit ist ein Geschenk einer bekannten Grabmale-Firma. Die Grauwackesäule soll an die Namensgebung von 1443 erinnern.
Vereinswesen/Freizeit
Dorfgemeinschaft Morkepütz e.V. von 1992, Dorfverschönerungen und Dorfgestaltung, ausrichtender Verein von allgemeinen Dorfveranstaltungen.
Alt-Traktoren-Schmiede Alpetal. Vereinsheim und Festplatz befinden sich auf dem ehemaligen Waldfestgelände. Hier findet seit Jahren im Sommer eine große Traktoren-Ausstellung statt.
Wiehl-Hilft e.V., Hilfe für hungernde Kinder im fernen Kinshasa/Afrika, Vermittlung von Patenschaften und Verbesserung von Lebensumständen von Senioren im nahen Umfeld von Wiehl.
Freiwillige Feuerwehr Stadt Wiehl - Löschzug Bomig-Morkepütz.
Reitsportanlage westlich der Morkepützer Strasse in unmittelbarer Nachbarschaft des Vereinsheimes (ehem. Tennisplatz).
Fussball-Bolzplatz, wird auch für Jugend-Dörferturniere genutzt.
Literatur/CD
Dorfchronik „555 Jahre Morkepütz - Beiträge zur Ortsgeschichte“ (1998) Hrsg. Dorfgemeinschaft Morkepütz e.V.
„Krieg für Kinder - Episoden aus bewegter Zeit“ (2002), K.W. Blass
„Morkepütz - Die Häuser und ihre Bewohner zu Anfang des 21. Jahrhunderts“ (2006), Hrsg. Dorfgemeinschaft Morkepütz e.V.
CD-Präsentation über Morkepütz, Hrsg. Dorfgemeinschaft Morkepütz e.V.
Aus der Vogelperspektive
Historische Dorfnamen
Erzbergwerksloren
Widder (Pumpvorrichtung)
Altes Feuerwehrhaus
Ortskern in Fachwerk
Dorfbrunnen mit Frosch
Gedenkstein mit Frosch
Unser 1. FC Morkepütz